31.08.2021

1. An welche Zielgruppen richtet sich das Bildungsangebot und wer wird bei trauerland bildung geschult?

Bildungskoordinatorin
Andrea von Fleischbein

Unsere Zielgruppe ist sehr breit gefächert – was auch in unserem Sinn ist. Die Begegnung mit Tod und Trauer findet sich in allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit. Das macht es zu einem wichtigen Thema für sämtliche psychologische und pädagogische Fachkräfte. Wir schulen sehr viele ErzieherInnen, aber auch Mitarbeitende aus dem Pflegebereich, aus Hospizen oder Palliative Care. Seit etwa zwei Jahren gibt es unter unseren Teilnehmenden auch vermehrt Fachkräfte aus Schulen wie zum Beispiel ReferendarInnen. Neu ist, dass auch Schulleitungen unsere Angebote wahrnehmen. Darüber hinaus spiegeln Studierende und FSJler einen jüngeren Teil unserer Zielgruppe wider.

Wir wünschen uns, zukünftig auch mehr Menschen aus dem Rettungsdienst, der Polizei und auch Ärzte zu erreichen. In ihren Berufsfeldern ist die Begegnung mit Tod und Trauer besonders häufig. Das stellen wir bei den Beratungsanfragen und Kriseninterventionen fest, die uns bei Trauerland e.V. erreichen. Weil uns präventives Handeln wichtig ist, versuchen wir unsere Zielgruppe auch dahingehend auszubauen.

2. Welche Einrichtungen wenden sich konkret an trauerland bildung?

Einer unserer langjährigen Kooperationspartner ist der Ambulante Kinderhospizdienst Jona, der einmal im Jahr seine FSJler von uns schulen lässt. Auch mit dem Klinikum Bremen Mitte besteht seit mehreren Jahren eine Zusammenarbeit für den Palliative Care Ausbildungskurs des Klinikums. Seit eineinhalb Jahren schulen wir zudem ReferendarInnen des Landesinstitut für Schule (LIS). Zukünftig kommen auch Schulleitungen dazu. Die Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge Bremen konnten wir dieses Jahr zum ersten Mal schulen.

Hinzu kommen das Paritätische Bildungswerk, die Diakonie Bremen, das Oldenburger Fortbildungszentrum, die Hochschule Bremen und viele weitere Einrichtungen aus ganz Deutschland. Die pandemiebedingte Umstellung auf Online-Formate ermöglicht es uns, auch überregional Menschen zu erreichen. Unsere Vorträge werden zum Beispiel von Hospizen (Bremen Nord, Stuhr) gern in Anspruch genommen.

3. Was sind die häufigsten Beweggründe für eine Teilnahme an den Workshops, Vorträgen und Seminaren?

Die Menschen, die sich an uns wenden, verspüren oft eine Wissenslücke und fühlen sich unvorbereitet im Umgang mit dem Thema Tod und Trauer bei Kindern und Jugendlichen. Obwohl die Bedeutsamkeit in ihrem Berufsfeld groß ist, bleiben Trauer und Abschied oft ein gesondertes Sachgebiet für psychologische und pädagogische Fachkräfte. In den letzten Jahren geraten Lehrkräfte beispielsweise durch Ganztagsschulen zunehmend in eine betreuende Rolle für Kinder und Jugendliche. Deshalb ist die Vorbereitung auf Abschiede auch in Schulen so wichtig.

Schulische Fachkräfte handeln häufig präventiv und nutzen unser Bildungsangebot, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Bei PädagogInnen aus Kitas erleben wir es häufiger, dass Trauerland in Akutsituationen aufgesucht wird. Unsere Beratung für den Umgang mit betroffenen Kindern und Angehörigen findet dann auch häufig vor Ort statt. Schön ist es aber vor allem, wenn die Teilnehmenden zu uns ins Haus kommen und die Atmosphäre unserer Einrichtung erleben können. Unsere BesucherInnen sind immer wieder positiv überrascht, dass ein Ort, der sich mit Tod und Trauer auseinandersetzt so bunt und lebendig sein kann.